Liebe Lebenstanzfamilie,

die „Oderberger“, repräsentiert durch Beata und Nick, sowie Lia und Dennis mit ihren insgesamt 5 Kindern und einigen Berlinern der „Kerngruppe“: Ulrike, Hajö und Bea, Gisela und Peter, Simon und Hazy und ergänzt durch einige „Zugereiste“: Jule aus Rügen, Micha aus Mühlheim/Ruhr und Katharina und Thomas aus Ludwigslust sind der Energie gefolgt, welche in den diversen Zoomtreffen und einigen Zusammenkünften an je einem der Feuer sich gebildet hat.

Die Wettergeister waren uns hold, es war warm und tagsüber wechselnd bewölkt mit stark wehenden Winden. Lediglich am Samstagabend – kurz vor unserem Zusammenkommen im Tanzkreis – gab es ein wenig Regen, eine Segnung ! Eine wunderschöne Vollmondin beleuchtete den Platz in der Nacht

Freitag, 3.Juli 2020

Nach der Ankunft haben wir schnell ein Minicamp aufgebaut und die Küche in Schwung gebracht. Nick hatte eine nährende und schmackhafte Linsensuppe für uns vorbereitet. Danke auch an Lia und Eure freundliche Orga und Vorbereitung der warmen Mahlzeiten.

Während der anfänglichen Arbeiten ( private Zelte aufbauen, 2 Pavillions über der doppelten Bietischgarnitur errichten etc. ) erhob sich plötzlich ein gewaltiges Summen und Brummen in der Luft.

Tausende von Bienen tanzten in der Luft, sie waren über das Scheunendach gekommen und bewegten sich an den Holunderbüschen, die den Küchenbauwagen eingewachsen haben, weiter. Kurz darauf begann sich der Schwarm an der blauen Altpapiertonne zu sammeln...Da die Bienen im Jahr 2009 beim 4. Lebenstanz in Hohenbüssow, MeckPom, schon einmal eine bedeutende Rolle für die Lebenstanz Mythologie gespielt hatten, waren alle – besonders ich – davon sehr berührt. Eine benachbarte Freundin von Beata und Nick, die als Imkerin tätig ist, wurde gerufen und kam wenig später, um den Schwarm einzufangen, was ihr auch ganz leicht gelang. Am nächsten Tag, nachdem der Bien in seinen neuen Stock umgezogen war, wurde dieser jenseits der Zeltwiese zur Hecke hin aufgestellt und lebt nun in der Nähe des Tanzkreises.

In einem ersten Redekreis am Freitagabend, ums gesellige Feuer sitzend, kamen wir uns als Gruppe näher, tauschten wir uns aus und fassten die Gestaltung des Samstag ins Auge. Einige auftretende Diskrepanzen, insbesondere zwischen Ulrike und Hajö, die auch am nächsten Tag zu spüren waren haben wir erfolgreich ausgehalten, „ausgeredet“ und im praktischen Tun letztlich vollständig auflösen können.

Samstag, 4. Juli

Am Samstagvormittag verbrachten die Männer ihre Zeit im Kreis bei der Liebeslinde mit den Findlingen; wir Frauen versammelten uns anfangs im „Tanzkreis“, um gemeinsam heraus zu spüren, wie die Mitte gestaltet werden sollte.

Es gab zu dieser Zeit 3 Stäbe dort: der große Zentrumstab mit dem himmelblauen Band, der alte Stab, welcher im letzten Jahr schon abgebrochen war – der dessen beiden Enden mit himmelblauer Farbe bemalt sind – und einen dritten kleineren und frischen gegabelten Stab vom Hollerbusch, der kürzlich an Beata als Kraftstab von unserem druidisch arbeitenden Freund Gerhard übergeben worden war. Beata wünschte sich, mehr weibliche Energie in den Platz einzuladen.

Nachdem wir ein Bild für die Mitte gefunden hatten, gingen wir Frauen zur Oder in Lias Garten, um kurz ins Wasser zu springen, auch die vier großen Mädchen und Baby Jara war bei uns. Anschließend ergab sich noch ein berührendes, frei fließendes und sehr ehrliches Sprechen im Frauenkreis über Themen wie Initiationsrituale, Wechseljahre, gesundheitliche Themen u.a.

Zu Mittagsimbiss auf dem Platz kamen wir wieder alle zusammen.

Der gemeinsame Redekreis, in dem wir uns abstimmten, wie wir nun „Tanzkreis“, Heiliges Feuer – welches wir über Nacht abwechselnd hüten wollten – und Ahnenplatz miteinander in Einklang bringen wollten, hatte noch mal holprige und emotionale Abschnitte und war nicht ohne…

….im Tun jedoch: Holz und Feuerschale runterbringen, den Ahnenplatz und den Tanzkreis samt neuer Mitte zu gestalten, hat sich alles ganz leicht gefügt und war leicht innerhalb des knappen Zeitfensters geschafft.

Nach einem warmen Abendessen konnten wir gemeinsam am Heiligen Feuer starten, welches sich ziemlich genau zwischen dem Ahnenplatz und dem Tanzkreis befand, anfangs von einem Regensegen berührt.

Zunächst baten die Männer in den kleinen Tanzkreis, um uns Frauen ein Lied „Ich bin ein Kind von Sonne, Mond und Sterne“, zu singen, wofür wir ihnen mit dem Lied „ ich bin eine Blume im Garten“ dankten und antworteten. Es entwickelte sich dann daraus ganz spontan für eine halbe Stunde – gemeinsam mit den Kindern – ein gemeinsames Umrunden und Umtanzen der Mitte zu einigen weiteren Liedern, die wir einfach so auf den Rahmentrommeln begleiteten. Nach einer Weile öffnete sich der Kreis für Worte des Herzens, die ausgesprochen werden wollten.

Gisela trat irgendwann vor und sprach ein Gebet für mich, was ich so von ihr noch nie erlebt hatte und was mich sehr berührte Ich tat das, was ich in solchen Momenten immer in einem heiligen Kreis tue, ich warf mich bauchlängs auf den Boden mit Kopf nahe an der Mitte. Ein gemeinsames Tönen und Summen entstand in der Gruppe, die Menschen kamen näher und formten einen Energiekreis um mich. In diesem Raum und getragen von allen, konnte ich einiges direkt in die Erde abgeben…Am nächsten Tag habe ich mich körperlich erheblich besser gefühlt ! Danke liebe Lebenstanzfamilie !

Der Abend endete an der Feuerschale, die Feuerhüter/innen sprachen sich ab, wer wann eine Schicht übernimmt. Noch Abends, während der Nacht und auch am nächsten Morgen waren alle eingeladen, sich am Ahnenplatz im Gebet mit den Ahnen zu verbinden, sie zu ehren oder ihnen etwas zu übergeben indem symbolisch kleine Holzspäne in einer Minifeuerschale verbrannt werden konnten.

Sonntag, 5. Juli

Zu 6 Uhr früh sammelten sich einige der Menschen erneut am Feuer, andere holten den Schlaf nach. In der Ruhe und Stille dieses neuen Morgens nach den Feuerwachen entwickelte sich ein schönes Gespräch über die Bedeutung solcher Rituale, wie Lebenstanz oder Sonnentanz, es ging um Bräuche überhaupt und persönliche Erfahrungsberichte….

Gegen 8 Uhr starteten wir unser Frühstück, ein wenig Glut vom Heiligen Feuer wurde zum Geselligen Feuer gebracht. Mit einem zweirundigen Abschlusskreis konnten wir uns selbst und alle Ereignisse einsammeln. Es wurde ein weiteres Treffen im Herbst ins Auge gefaßt.

Es blieb beim warmen Mittagsmahl und Resteessen auch noch Zeit für Gespräche und Austausch, das gemeinsame Aufräumen war bis 16.00, bis 17.30 waren die letzten abgereist.

Text: Granny Ulrike